Wissenschaftliche Studie beweist Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung – Zusatzbezeichnung »Bachelor Professional« muss nun kommen! Auf der heutigen WHKT-Fachtagung in Düsseldorf stellten das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln (FBH) und die Hochschule für Oekonomie und Management in Essen (FOM) eine Studie vor, die zweifelsfrei aufzeigt, dass berufliche Aufstiegsfortbildungen niveaugleich mit akademischen Abschlüssen sind. WHKT-Präsident Willy Hesse hob anlässlich der Veranstaltung hervor, wie wichtig die Studienergebnisse für die gesellschaftliche und bildungspolitische Wertschätzung der beruflichen Bildung sind und dass nun endlich die Zusatzbezeichnung »Bachelor Professional« eingeführt werden muss, um im Ausland die deutschen Qualifikationen transparent zu machen. »Die meisten Staaten kennen nur akademische Qualifikationswege, die solche herausragenden Qualifikationen wie die berufliche Aufstiegsfortbildung in Deutschland hervorbringen, die auf einer betrieblichen Ausbildung aufsetzt«, so Willy Hesse. Auch der für berufliche Bildung zuständige Minister Guntram Schneider hob durch seine Ausführungen zur gesellschaftlichen Wertschätzung der beruflichen Bildung die Bedeutung der Thematik dieser Fachtagung und der aktuellen Studie hervor.

Konkret wurden in Rahmen der Studie 767 Personen analysiert, um das Qualifikationsniveau zwischen Kraftfahrzeugtechnikermeistern bzw. Handelsfachwirten und entsprechenden akademischen Qualifikationen zu vergleichen. Der Vergleichsmaßstab ist der Berufswertigkeitsindex, der bereits in einer Vorgängerstudie im Jahr 2008 entwickelt und erfolgreich erprobt wurde und ausdrückt, inwieweit die Personen die Anforderungen erfüllen, die die deutsche Wirtschaft an Führungskräfte stellt. Das Ergebnis ist eindeutig. Betrieblich ausgebildete Personen, die danach eine berufliche Aufstiegsfortbildung erfolgreich absolviert haben, sind mindestens genauso gut qualifiziert wie Akademiker. Dies gilt sowohl für Absolventen als auch für bereits tätige Führungskräfte.

Eine weitere, vom Bundeswirtschaftsministerium bei Prognos in Auftrag gegeben Studie zeigt zudem auf, dass die Qualitätssicherungssysteme in der beruflichen wie in der akademischen Bildung zwar unterschiedlich, aber dennoch vergleichbar sind.

Beide Studien dienen dazu, den Beschluss der Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) aus dem Jahr 2007 umzusetzen und damit die international lesbare Zusatzbezeichnung »Bachelor Professional« für berufliche Aufstiegsfortbildungen einzuführen. Zwei Rechtsgutachten zeigten bereits vor dem Beschluss der WMK, dass die Zusatzbezeichnung »Bachelor Professional« weder gegen nationales noch internationales Recht verstößt.

Die WHKT-Fachtagung vom 21. März 2011, gemeinsam mit IHK NRW in Düsseldorf ausgerichtet, fand mit über 200 Teilnehmenden sehr große Resonanz und zeigt, wie wichtig das Thema der Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist. Die Veranstaltung sowie die Studie Berufswertigkeit wurden gefördert mit Mitteln der Landesregierung NRW und dem Europäischen Sozialfonds.

Die Zusammenfassung der Studie ist zu finden unter www.handwerk-nrw.de/berufswertigkeit.