Die Erfolge der dualen Ausbildung und die Spitzenqualifikation Meisterbrief sind zwei Seiten einer Medaille. ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke fordert die EU-Kommission daher in einem Beitrag für die Neue Osnabrücker Zeitung (10. Oktober 2013) auf, den Widerspruch zu lösen, auf der einen Seite die duale Ausbildung zu loben, auf der anderen Rechtfertigung für Qualifikationsanforderungen zu verlangen.

„Die EU-Kommission hat sich in einen Widerspruch verstrickt. Auf der einen Seite lobt sie das duale Ausbildungssystem als Beispiel für die krisengeschüttelten Südländer Europas, auf der anderen Seite setzt sie Deutschland unter Druck, sich für jegliche Qualifikationsanforderungen erneut zu rechtfertigen.

Die OECD in Paris ist hier ein Stück weiter. Sie erkennt die Gleichwertigkeit von Meisterbrief und Bachelor an, also von beruflichen Bildungsgängen und akademischen Studien. Sie betont darüber hinaus, dass Meisterinnen und Meister mit ihrer hohen beruflichen Kompetenz und die duale Ausbildung in diesen Betrieben und in der Berufsschule Qualität und Innovation in Deutschland hoch halten.

Das Handwerk hat der EU-Kommission und der deutschen Bundesregierung deutlich gemacht, dass eine Schwächung unseres bewährten Qualifizierungssystems nichts anderes wäre als ein Angriff auf die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Die EU-Kommission sollte diese Zusammenhänge anerkennen und sich aus ihrem Widerspruch lösen.“