Das Handwerk spricht sich deutlich gegen eine Ausweitung der streckenbezogenen Lkw-Maut in Deutschland aus. „Die kleinen und mittleren Betriebe würden durch eine Ausweitung der streckenbezogenen Maut auf leichte und mittlere Nutzfahrzeuge sowohl finanziell als auch durch den Aufbau zusätzlicher Bürokratie überproportional belastet. Dabei spielt die Fahrtätigkeit gegenüber den eigentlichen Arbeitsfeldern der Betriebe eine untergeordnete Rolle“, kritisiert Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Im Transport-gewerbe erfolgt die Wertschöpfung über den Transportprozess – im Handwerk dagegen würde die Weitergabe der zusätzlichen Mautkosten an den Kunden handwerklicher Dienstleistungen die Gefahr schmerzhafter Umsatzeinbußen bedeuten.

Die Ausweitung der Maut ist einer der Vorschläge der Kommission „Nachhaltige Verkehrsinfrastrukturfinanzierung“. Zusätzlich wird auch eine Ausweitung der Autobahn-Maut auf Bundes- und Landesstraßen in die Debatte gebracht. Die Ergebnisse der Kommission werden an diesem Mittwoch von der Verkehrsministerkonferenz der Bundesländer in Berlin diskutiert. Für Handwerksbetriebe wäre neben den Streckengebühren vor allem der Aufwand für den Einbau und Betrieb der notwendigen Geräte in den Fahrzeugen erheblich. Für die Öffentliche Hand würde sich dagegen der kostenträchtige Ausbau der Erfassungsinfrastruktur im Verhältnis zu den Einnahmen kaum lohnen. Einen ernst zu nehmenden Ansatz für eine nachhaltige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur bieten die Pläne daher nicht.