114.000 Handwerksunternehmen aus 70 Gewerken der handwerklichen Kultur- und Kreativwirtschaft erwirtschaften mit rund einer halben Million Mitarbeitern über 48 Milliarden Euro Umsatz. Das hat eine vom Handwerk initiierte Untersuchung des Bundeswirtschaftsministeriums ergeben. Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH): „Jeder zehnte unserer Handwerksbetriebe gehört zum Kulturhandwerk. Die Förderung der deutschen Kultur- und Kreativwirtschaft durch die Bundesregierung ist richtig. Sie sollte aber künftig auch den Bedürfnissen des Handwerks Rechnung tragen.“

Bislang setzt die Bundesregierung bei der Bezuschussung von Weiterbildung und Gründungsberatung in der Kultur- und Kreativwirtschaft den Schwerpunkt auf akademische Bildungsstrukturen. Schwannecke: „Das Förderprogramm braucht handwerksspezifische Schwerpunkte, um die handwerklichen Akteure in der Kultur- und Kreativwirtschaft zu stärken und so die Substanz der Kreativwirtschaft insgesamt zu verbessern.“ Damit wird zudem einen Anreiz gesetzt, sich in den Kulturgewerken bis zur Meisterqualifikation weiterzubilden und damit langfristig die Vielfalt der traditionellen und kulturbewahrenden Handwerke sicherzustellen.

Seine Leistungsschau liefert das Kreativhandwerk alljährlich auf der Exempla auf der Internationalen Handwerksmesse in München ab. In „lebenden Werkstätten“ oder in einzigartigen Schauen präsentieren sich beispielsweise Glaskunst oder Goldschmiedehandwerk, Steinmetze oder Buchbinder, Glockengießer oder Instrumentenbauer. Die Bundeskanzlerin hat hier erste Handgriffe zur Fertigung eines bleiverglasten Kirchenfensters gemacht. Bundeswirtschaftsminister haben in der Exempla schon am Piano aus handwerklicher Herstellung musiziert oder sich an der Schmuckherstellung versucht.