Barrierefreies Wohnen in energetisch sanierter Immobilie – DBU-Kampagne und Staat helfen: Osnabrück. Vorsorge, Lebensqualität und Komfort – viele Gründe sprechen für eine eigene Immobilie oder für eine Sanierung des Eigenheims. Für ältere Hausbesitzer, die vor einer Sanierung stehen, sind besonders Funktionalität und technische Ausstattung sowie barrierefreie Bequemlichkeit wichtig. „So ein saniertes Haus ist in jeder Hinsicht die Altersvorsorge schlechthin. Die Miete entfällt, Nebenkosten verringern sich, und bei altersgerechter Sanierung lässt es sich noch lange annehmlich darin leben“, weiß Julia Zedler von der Informations- und Beratungskampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die energetische Sanierung könne Anlass sein, sich auch für mehr Bewegungsspielraum zu entscheiden und so zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Wer sein Gebäude bei einer Sanierung als Ganzes betrachte und damit an die Zukunft denke, solle neben wärmegedämmter Fassade, neuen Fenstern und einer neuen Heizungsanlage auch potenzielle körperliche Einschränkungen im Alter im Auge haben. Bei einer solchen Sanierung seien in jedem Fall großzügig gestaltete Räume und Durchgänge sinnvoll.  Bodenschwellen und überflüssige Stufen könnten beseitigt werden. Der Einbau von Treppenliften sei zwar sinnvoll, könne aber auch später nachgerüstet werden. Um dies alles umzusetzen, sei manchmal eine Änderung des Wohnungszuschnitts nötig. „Wenn man sich schon für eine energetische Sanierung entschieden hat, kann man die Barrierefreiheit für spätere Tage direkt mit erledigen. Dann hat man die Unannehmlichkeiten beim Umbau gleich mit einem Mal weg“, sagt Zedler.

Um auch  die Finanzen hürdenfrei zu nehmen, gebe es Zuschüsse bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau im Programm „Altersgerecht umbauen“. „Dieses Förderprogramm besteht aus frei kombinierbaren, in sich flexiblen Förderbausteinen, da in der Regel die vollständige Barrierefreiheit nicht umgesetzt werden kann“, weiß Zedler, Expertin für Bauen im Bestand in der DBU-Kampagne. Bezuschusst würden etwa der Gebäudezugang, Aufzugsanlagen, mechanische Fördersysteme oder Treppenanlagen und Rampen. Ab einer Investitionssumme von mindestens 6.000 Euro könne ein Zuschuss von fünf Prozent der Kosten, maximal jedoch 2.500 Euro pro Wohneinheit, gewährt werden. „Die Förderprogramme der Kreditanstalt können miteinander kombiniert werden, so dass eine Sanierung noch attraktiver wird. In jedem Fall muss immer ein Fachmann, etwa der Baubegleiter, einen Blick auf die Formulare werfen und sie auch unterschreiben.“

„In dem frisch sanierten Haus genießen die Besitzer viele Vorteile: Sie sparen Energiekosten und wertvolle Ressourcen wie Erdöl. Damit tragen sie zum Klimaschutz bei“, weiß Zedler. Hausbesitzer, die saniert hätten, erhöhten den Wohnkomfort und Wohlfühlfaktor ihres Hauses. Außerdem steige der Wert der Immobilie, die sie für folgende Generationen „enkeltauglich“ gemacht hätten.

Geschulte Handwerker der DBU-Kampagne könnten eine grobe Einschätzung zu Möglichkeiten der energetischen Sanierung geben. Dazu vereinbart der Hausbesitzer einen Termin für einen kostenlosen Energie-Check von „Haus sanieren – profitieren“. In zwanzig Minuten wird anhand des Farbschemas deutlich, was das Gebäude im wahrsten Sinne des Wortes an Energie hergibt. Im Anschluss spricht der Partner eine Empfehlung für eine tiefer gehende Energieberatung aus. Bundesweit kooperiert die DBU-Initiative mit dem Bundesverband der Gebäudeenergieberater (GIH), die diese Beratungen durchführen.