Prof. Wolfgang Schulhoff führt die Handwerkskammer weitere fünf Jahre Einstimmig im Amt des Präsidenten wiedergewählt. Auch Hans-Josef Claessen (Krefeld, Arbeitnehmerseite) und Siegfried Schrempf (Kamp-Lintfort, Arbeitgeberseite) als Vizepräsidenten bestätigt. Schulpolitik und Fortführung der Imagekampagne des Handwerks sind Schwerpunktthemen der kommenden Periode.


Düsseldorf –
Im Rahmen ihrer konstituierenden Sitzung hat die 90-köpfige Vollversammlung der Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Düsseldorf am Mittwoch Prof. Wolfgang Schulhoff (Düsseldorf) in geheimer Wahl einstimmig für weitere 5 Jahre im Amt bestätigt. Er tritt seine dritte Amtszeit an. Schulhoff war zum Jahreswechsel 2002/2003 erstmals zum Präsidenten der größten deutschen Handwerkskammer (55.000 Unternehmen, 300.000 Beschäftigte) gewählt worden. Der diplomierte Volkswirt und Installateur Prof. Wolfgang Schulhoff leitet als geschäfts­führender Gesellschafter das SHK-Unternehmen G. Schulhoff und die Firma Schulhoff Ingenieur Planung, beide in der Landeshauptstadt ansässig. Wolfgang Schulhoff ist seit Januar 2005 auch Präsident des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstags, der Landes­handwerksvertretung in Nordrhein-Westfalen. Prof. Schulhoff gehörte zwischen 1983 und 2002 20 Jahre als Abgeordneter und profilierter Mittelstandspolitiker (Mitglied im Finanzausschuss, Obmann seiner Partei im Ausschuss für Post und Telekommunikation) dem Deutschen Bundestag an.

Als Vizepräsidenten fast einstimmig wiedergewählt wurden der Kamp-Lintforter Fleischermeister Siegfried Schrempf (65) auf Arbeitgeberseite und der Krefelder Gas- und Wasserinstallateur Hans-Josef Claessen (66) für die Arbeitnehmerseite. Schrempf gehört seit 2001 und Claessen seit 1991 dem Kammerpräsidium an.

Folgende Beisitzer wurden zu Mitgliedern des neuen Kammervorstand gewählt:

Für die Arbeitgeber:

  • Maurermeister Dr. Karl Bühler (Mönchengladbach)
  • Fliesenlegermeister Thomas Grünendahl (Mettmann)
  • Dipl.-Ing. Lothar Hellmann (Duisburg)
  • Elektrotechnikermeister Rolf Meurer (Korschenbroich)
  • Elektrotechnikermeister Gerd Peters (Essen)

§  Bestatter Wolfgang H. Zocher (Wuppertal)

Für die Arbeitnehmer:

  • Zahntechnikermeister Lothar Dröse (Wuppertal)
  • Kfz-Mechaniker Wehwalt Masson (Mönchengladbach)

§  Dipl.-Augenoptiker Dirk Schäfermeyer (Essen)

Zum Vorstand kooptiert wurden für die Arbeitgeber:

  • Maler- und Lackierermeister Günter Bode (Moers)

§  Glasermeister Arnd Krüger (Wuppertal)

Für die Arbeitnehmer:

  • Schornsteinfeger Stefan Welberts (Kleve)

Der Kammervorstand wird komplettiert durch die beiden alternierenden Vorsitzenden des Berufsbildungsausschuss der Kammer, Tischlermeister Thomas Dopheide (Düsseldorf; Arbeitgeberseite) und Fliesenleger Paul Rennings (Duisburg; Arbeitnehmerseite), die beide dem Vorstand ebenso kooptiert sind wie der Vorsitzende des Gewerbeförderungs- und Innovations­ausschusses, Schonsteinfegermeister Andreas Ehlert (Düsseldorf; Präsident der Unternehmer­vereinigung Handwerk NW) und sein Pendant auf Arbeitnehmerseite als stv. Vorsitzender, Automobilkaufmann Karl-Heinz Reidenbach (Willich).

Handwerk steht hervorragend da

23 Mitglieder – mehr als ein Viertel – gehören der Vollversammlung zum ersten Mal an. „Trotz der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit steht das Handwerk heute hervor­ragend da“, fasste Schulhoff in seiner Einstandsrede die aktuelle Lage im beschäftigungsstärksten Wirtschaftssektor an Rhein und Ruhr zusammen. Die Soziale Marktwirtschaft, deren Vitalisierung die Handwerkskammer Düsseldorf in den letzten Jahren unter anderem in mehr als einem Dutzend stark beachteter Grundsatz-Konferenzen mit wechselnden Partnerorganisationen betrieben habe, „hat sich als die mit Abstand krisenfesteste Wirtschaftsordnung erwiesen.“ Das Handwerk fungiere dabei als „ihr Prototyp und Garant ökonomischer Stärke aus realer, harter und ehrlicher Arbeit “, betonte Schulhoff.

Auch die erfolgreiche Imagekampagne des Handwerks hat den Wirtschaftszweig „deutlich nach vorn“ gebracht. Sie werde ungeschmälert fortgesetzt, kündigte der Präsident an.
Auf „große Geschlossenheit in der Handwerksorganisation“ führte Schulhoff die Erfolge in der Interessenvertretung handwerklicher Belange der letzten Jahre zurück – und nannte ausdrücklich den Ausbildungskonsens, die Errichtung der Startercenter, handwerksgerechte Regeln im Gemeindewirtschaftsrecht, das Meisterstudium, die Ausgestaltung der Umweltzonen und erste Änderungen im Aktienrecht. „Kein anderer Wirtschaftsbereich hat vor uns auf die schwerwiegen­den Defizite inseres Wirtschaftsrechts hingewiesen“, bekräftigte Schulhoff unter Applaus. Die Rolle als „initiativstarker Impulsgeber der Landes- und Bundespolitik“ werde die Handwerkskammer Düsseldorf auf Basis der im Handwerk gelebten Einigkeit „ungeschmälert fortsetzen“, kündigte der Handwerkspräsident an, der im Übrigen auf die Katastrophe in Japan einging. Die Machbarkeit der Welt und insbesondere die Energieversorgung stünden nun weltweit auf dem Prüfstand. Zur Verantwortung gegenüber kommenden Generationen gehöre es, künftig immer stärker auf dezentrale Lösungen der Energiegewinnung zu setzen.

Schulhoff mahnte die Landesregierung, von neuen Schulden in der geplanten Höhe abzusehen. Dies sei „alles andere als Zukunftspolitik“. Und auch zur Bildungspolitik bezog der Handwerks­präsident Position: „Sieben Prozent Schulabgänger ohne Abschluss sind zuviel. Wir brauchen individuelle Förderung für jedes Kind.“ Die Qualität der Ausbildung dürfe nicht länger unter Fachlehrermangel an dne Berufsschulen leiden. „Ohne Berufsschullehrer können wir das Duale System auf Dauer nicht am Leben erhalten“, warnte Schulhoff.

Biografisches Material zu den Mitgliedern des Kammerpräsidiums und honorarfreie Portraitfotos (mit Nennung der Fotoquelle W. Meyer) sind auf Anfrage unter:
Telefon 0211 8795-124 bzw. -141 oder
per E-Mail presse@hwk-duesseldorf.de erhältlich.