Zu den Rentenplänen der Großen Koalition erklärt Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks:

„Der Rentenbeitrag muss zum 1. Januar 2014 gesenkt werden – wie gesetzlich vorgeschrieben. Das Handwerk lehnt das Vorhaben der Großen Koalition ab, den Rentenbeitrag auf der aktuellen Höhe zu belassen, um neue Leistungen über Beitragsmittel leichter finanzieren zu können. Das ist ein rüder Eingriff in das System der beitragsfinanzierten Rente und ein tiefer Griff in die Taschen der Beitragszahler.

Die Absenkung des Rentenbeitrages von 18,9 auf 18,3 Prozent erspart den Beitragszahlern – Arbeitnehmern und Arbeitgebern – rund 6,5 Milliarden Euro im Kalenderjahr. Die gesetzliche Grundlage für die Absenkung ist das Überschreiten  der vorgeschriebenen Nachhaltigkeitsrücklage von 1,5 Monatsausgaben. Der Beitrag der Gesetzlichen Rentenversicherung konnte so in den vergangenen beiden Jahren in zwei Schritten um 1 Prozent gesenkt werden. In diesen beiden Jahren wurde jeweils ein neuer Beschäftigungsrekord in Deutschland erzielt, die Beitrags- und Steuereinnahmen stiegen deutlich an.

Der einfache Grund dafür: Einerseits werden durch die Beitragssenkung die für den Konsum verfügbaren Einkommen der Arbeitnehmer spürbar erhöht und andererseits die Lohnzusatzkosten für die Betriebe gesenkt. Gerade im arbeitsintensiven Handwerk wird so die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt, mit positiven Auswirkungen auf die Beschäftigung.

Zu Recht hat auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in seinem Jahresgutachten 2013/2014 vor weiteren Leistungsausweitungen gewarnt. Diese vermeintlichen Wohltaten belasten vielmehr auf Dauer die ohnehin strapazierten Sozialsysteme und sind so eine schwere Hypothek auch für künftige Beitragszahler.“