Zu den Rentenplänen der Bundesregierung erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):  „Mit ihren Rentenplänen verlässt die Bundesregierung den seit vielen Jahren erfolgreichen Kurs einer an der Demografie orientierten Rentenpolitik. Jahrelang hat die Wirtschaft angesichts der dramatischen demografischen Entwicklung für eine Ausweitung der Arbeitszeit bis zum 67. Lebensjahr geworben und die Betriebe darauf eingestellt. Jetzt kommt die Rolle rückwärts zur Frühverrentung mit 63. Wir können es uns gar nicht leisten, dass viele Facharbeiter vorzeitig ausscheiden werden, die gerade im Handwerk noch gebraucht werden.

Statt Kosten zu sparen, werden die Ausgaben dramatisch ausgeweitet, die Beiträge werden nicht wie erwartet sinken, sondern nur noch steigen. Betroffen sind alle – Steuerzahler, Beitragszahler, vor allem künftige Generationen. Gewinner sind nur wenige, die nach langen Beitragszeiten aber meist ohnehin gut versorgt sind.

Auch die aktuelle Rentnergeneration wird Verzicht üben müssen – Rentenerhöhungen fallen geringer aus. Höhere Rentenbeiträge bedeuten weniger verfügbares Einkommen; das wird die Binnenkonjunktur treffen. Die leichtfertige Steigerung der Lohnzusatzkosten bedeutet einen Angriff auf die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, insbesondere im arbeitsintensiven Mittelstand.

Während Frankreich verzweifelt dabei ist, die Folgen seiner Sozialpolitik zu revidieren, um wieder an Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen, geht Deutschland den umgekehrten Schritt und revidiert Beschlüsse, die Jahr für Jahr zu Beschäftigungsrekorden beigetragen haben.“