„Außergewöhnliches ist nichts auf dem Arbeitsmarkt passiert. Die Zahl der Arbeitslosen ist in der Landeshauptstadt Düsseldorf von Juli auf August um 252 auf insgesamt 28.582 Frauen und Männer angestiegen. Der moderate Anstieg ist für diese Jahreszeit typisch. In den Sommermonaten melden sich junge Menschen in der Orientierungsphase zwischen Schulabschluss, Lehre, Studium und Berufseinstieg vorübergehend arbeitslos. Aktuell sind wir sehr intensiv mit den Unternehmen im und um den Kö-Bogen im Kontakt, um die offenen Stellen zu besetzen. Der Düsseldorfer Arbeitsmarkt befindet sich weiterhin in einer stabilen Grundverfassung“, kommentiert Johannes Pfeiffer, Chef der Agentur für Arbeit Düsseldorf, die Entwicklung im August. Die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt sind immer noch gut. „Jetzt geht es aber in den Endspurt. Jungen Menschen, die sich bislang noch nicht um einen Ausbildungsplatz gekümmert haben, empfehle ich dringend, zu unserer Berufsberatung Kontakt aufzunehmen“.

Aufgrund des in diesem Jahre späten Ferientermins in NRW Jahr reichte der Anstieg der Arbeitslosigkeit bis in den August hinein. Insgesamt waren Ende August 28.582 Menschen arbeitslos gemeldet, 252 mehr als im Juli und 409 mehr als vor einem Jahr. „Diese Entwicklung stellt keinen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt dar, sondern ist ein jahreszeitlich typischer Anstieg in den Ferienmonaten. Insbesondere haben sich junge Menschen nach dem Schulabschluss oder dem Ende der betrieblichen Ausbildungen arbeitslos gemeldet. Wir werden in den nächsten Monaten sehen, dass sich die Arbeitslosigkeit bei diesem Personenkreis wieder deutlich verringern wird. Zum einen starten Zug um Zug die Ausbildungen und zum andern ist der Arbeitsmarkt für gut qualifizierte Kräfte weiterhin aufnahmefähig“, so Pfeiffer.

Aufgrund des moderaten Anstiegs der Arbeitslosigkeit ist die Arbeitslosenquote mit 9,0 Prozent im August gegenüber dem Vormonat konstant geblieben. Im August des letzten Jahres betrug die Arbeitslosenquote noch 9,1 Prozent.

Regelmäßig weist die Bundesagentur für Arbeit die Unterbeschäftigung in verschiedenen Betrachtungen aus. Die gesamte Unterbeschäftigung, die auch die Entlastung durch die Arbeitsmarktpolitik umfasst, wird für den August auf 37.642 Personen berechnet. Die Unterbeschäftigungsquote ist gegenüber dem Vorjahr von 12,0 Prozent auf jetzt 11,6 Prozent gesunken. Die Entlastungswirkung durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen war damit im August 2013 niedriger als vor einem Jahr.

Ende August wurden 7.355 Menschen von der Arbeitsagentur betreut, 42 mehr als im Juli. Die Zahl der Arbeitslosen, die vom Jobcenter Düsseldorf betreut werden, ist um 210 auf 21.227 gestiegen.

Im August wurden 1.758 neue offene Stellen für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt gemeldet, 161 weniger als im Juli. „Das ist kein dramatischer Rückgang. Die Entwicklung im Juli war außergewöhnlich. Aufgrund eines Großauftrages eines Textileinzelhändlers kam es im Juli zu einem sprunghaften Anstieg des Stellenangebots“, so Pfeiffer. Ende August standen noch knapp 4.500 offene Stellen für eine Besetzung zur Verfügung. Gesucht werden weiterhin alle Qualifikationen – vom Fachhelfer bis zur Führungskraft. Die Schwerpunkte lagen in den Berufsgruppen Verkaufsberufe, Hotel- und Gaststättenberufe, Verkehr- und Logistikberufe, Büroberufe, medizinische Gesundheitsberufe, Call Center Agents, Berufe in Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung, Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe und IT-Berufe. Bei einigen Berufen wie zum Beispiel bei Ingenieuren, Fachkräften für Metall und Elektro, Köchen sowie in der Pflege und in der IT-Branche ist es schwierig, den Bedarf an Arbeitskräften zu decken.

Zurzeit suchen in Düsseldorf noch 576 junge Menschen einen Ausbildungsplatz. Den Jugendlichen empfiehlt Pfeiffer, auch Alternativen zum Wunschberuf zu suchen, wenn es bis jetzt noch nicht mit einer Ausbildungsstelle geklappt hat. Wer sich noch nicht um eine Ausbildungsstelle bemüht hat, sollte sich schnellstens an die gebührenfreie Hotline 0800 4 5555 00 wenden, um einen Termin mit der Berufsberatung zu vereinbaren. Aktuell sind der Agentur für Arbeit Düsseldorf noch 874 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet. Freie Ausbildungsstellen gibt es zum Beispiel für Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel, Friseur/Friseurin, Koch/Köchin, zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Fachmann/-frau für Systemgastronomie, Bankkaufmann/-frau, Verkäufer/Verkäuferin, Restaurantfachmann/-frau, Kaufmann/-frau für Bürokommunikation und Eisenbahner/-in. Nicht alle Ausbildungen haben schon begonnen. Viele starten erst später. Deshalb gibt es immer noch Chancen für den Einstieg in das Berufsleben. Pfeiffer empfiehlt den Unternehmen, es auch mal mit einem Auszubildenden zu versuchen, der auf den ersten Blick nicht der Topkandidat ist oder auch der lebensälter ist. „Ich weiß aus vielen Gesprächen mit Ausbildungsleitern, dass sich die Auszubildenden dann bei der praktischen Arbeit als zuverlässig und engagiert erwiesen haben.“