Ende September waren bei der Agentur für Arbeit Düsseldorf nur noch 75 Jugendliche gemeldet, die eine Ausbildungsstelle suchten und keine andere Alternative gefunden hatten. Wie in den letzten Jahren lag damit die Zahl der unversorgten Jugendlichen zum Ende des Beratungsjahres (September 2011 bis September 2012) weiter auf niedrigem Niveau.

„Wir hatten in diesem Jahr 140 Jugendliche mehr, die eine Ausbildungsstelle suchten als im letzten Jahr. Das entspricht dem Verhältnis der zusätzlichen Schulabgänger. Gleichzeitig meldeten die Arbeitgeber aber auch 176 weniger Ausbildungsplätze als im letzten Jahr. Dennoch bietet der Düsseldorfer Ausbildungsmarkt für alle Jugendlichen gute Chancen“, so Peter Jäger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Düsseldorf. „Am 30.09. hatten wir noch 75 unversorgte Jugendliche, denen noch 231 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung standen. In der Landeshauptstadt Düsseldorf sind wir da in einer guten Position. Auf jeden Bewerber kamen in diesem Ausbildungsjahr knapp 1,5 offene Stellen. Ende September waren es sogar statistisch noch mehr als drei Stellen, unter denen die Jugendlichen wählen konnten. Gemeinsam mit den Kammern konnten wir im Schlussspurt die Zahl der suchenden Jugendlichen aktuell auf 41 verringern, denen noch 114 offene Ausbildungsstellen zur Verfügung stehen.“

„Die Zahl der noch offenen Ausbildungsstellen zeigt aber auch, dass manche Betriebe es nicht geschafft haben, frühzeitig ihren Bedarf an Auszubildenden zu decken. Wir beobachten vermehrt, dass gerade kleine und mittelständige Betriebe sich zu spät im Auswahlverfahren entscheiden. Die guten Bewerber sind dann meist schon woanders untergekommen. Auch wenn die Unternehmen in diesem Jahr mit der Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen etwas zurückhaltender waren, sollten sie die Fachkräftesicherung durch Ausbildung nicht aus den Augen verlieren. Im nächsten Jahr wird der doppelte Abiturjahrgang auf uns zukommen. Da sind die Unternehmen gefragt sich rechtzeitig um Auszubildende zu bemühen und ihre Chance zur Fachkräftesicherung zu nutzen“, so Jäger.

Aber auch die Jugendlichen sind aufgefordert, sich über Alternativen Gedanken zu machen, wenn es mit dem Wunschberuf nicht klappt. „Wir erarbeiten das Profil aus Begabungen, Fähigkeiten und Eignungen in intensiven Gesprächen mit den Jugendlichen in unserer Berufsberatung sehr genau und zeigen den Jugendlichen ihre Möglichkeiten auf. Sie sollten sich möglichst von Anfang an für den erfolgversprechendsten Weg entscheiden. Die Jugendlichen haben heute so viele Möglichkeiten wie nie zuvor“, so Jäger weiter.

Auch mit den Betrieben bespricht der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit intensiv die individuellen Anforderungen, Wünsche und Realisierungsmöglichkeiten bei den Ausbildungsstellen.

In den vergangenen 12 Monaten haben die Arbeitgeber aus der Landeshauptstadt insgesamt 4.768 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 176 oder 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr, aber sechs Stellen mehr als im Ausbildungsjahr 2009/2010. Obwohl in diesem Schuljahr mehr Schüler auf den Ausbildungsmarkt drängten, blieb es noch bei einem Bewerber-Stellen-Verhältnis von 100 Bewerberinnen und Bewerbern zu 148 gemeldeten Ausbildungsstellen. „Die Unternehmen sind gut beraten, wegen des kommenden Fachkräftebedarfs weitsichtig zu handeln und in Ausbildung zu investieren“, betont der Chef der Agentur für Arbeit.

3.226 Bewerberinnen und Bewerber, also 140 oder 4,5 % mehr als im Vorjahr, haben mit dem Ziel einer Berufsausbildung für dieses Jahr die Hilfe der Berufsberatung in Anspruch genommen. Die Fachkräfte der Agentur für Arbeit begleiteten die Jugendlichen bei der Berufswahl und vermittelten passende Ausbildungsstellen.

Darüber hinaus bietet die Agentur für Arbeit viele weitere Hilfen an. So werden zum Beispiel Kosten übernommen, die bei Vorstellungsgesprächen oder Aufnahme eines weiter entfernten Ausbildungsplatzes anfallen – sofern der Jugendliche die Mittel nicht selbst aufbringen kann. Auch während der Ausbildung kann die Agentur mit ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) die Azubis unterstützen, wenn die Leistungen in der Berufsschule nicht ausreichen und Nachhilfe benötigt wird. Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, werden zum Beispiel durch eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) für den Berufseinstieg fit gemacht.

Im letzten Ausbildungsjahr hat die Agentur für Arbeit Düsseldorf die Integration von Jugendlichen in Ausbildung mit über 14 Mio. Euro insgesamt gefördert.

Betriebe, die Auszubildende für 2013 suchen, sollten ihre freie Stelle sofort der Agentur für Arbeit melden, um frühzeitig geeignete Bewerber aussuchen zu können. Arbeitgeber erreichen die Ausbildungsvermittlung unter der Rufnummer ihres bekannten Ansprechpartners im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit oder unter der Hotline 01801-664466*.

Jugendliche können sich bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit zu allen Fragen der Berufswahl persönlich beraten lassen. Ein Termin für ein Beratungsgespräch kann über die Hotline 01801 555 111* vereinbart werden.