Den europäischen Krisenländern fehlen Strukturen für eine praxisnahe berufliche Ausbildung, stellt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke in einem Statement für die Neue Osnabrücker Zeitung fest. Den EU-Jobgipfel in Mailand kommentiert er so: „Kurzfristiger Aktionismus hilft den Betroffenen nicht.“

Frage NOZ: Warum bleibt die Jugendarbeitslosigkeit in Italien und Griechenland auf Rekordhöhe, obwohl die EU immense Fördermittel bereitstellt? Versickern die Mittel in falschen Kanälen?

Schwannecke: Kurzfristiger Aktionismus hilft den Betroffenen nicht. Die Vermittlung von Praktika und Aushilfsjobs kann die Zahlen höchstens für einige Monate schönen. Es fehlt in den meisten europäischen Ländern an den Strukturen für eine praxisnahe berufliche Ausbildung, die den aktuellen Anforderungen der Betriebe entspricht.

Der Aufbau der Strukturen für eine duale Ausbildung ist jedoch eine wirksame Waffe zum mittel- und langfristigen Abbau der Jugendarbeitslosigkeit. Hier wären die hohen Fördermittel gut angelegt! Das deutsche Handwerk hat bereits auf einem Gipfel der europäischen Verbände des Handwerks, die in der UEAPME zusammengeschlossen sind, seine Unterstützung angeboten.“