„Europa wird nicht wettbewerbsfähiger, wenn wir unsere erfolgreichen Standards aufgeben“, appelliert ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer in einem Statement für die BILD an die nächste EU-Kommission (31. Mai 2014). Hohe berufliche Qualifikation ist die Grundlage für Qualität, für Innovation, für wirtschaftlichen Erfolg und Wachstum in Deutschland, so Wollseifer: „Dabei soll es bleiben.“

„Wenn Professorin Wanka und Handwerksmeister Wollseifer gemeinsam dafür werben, dass Studienaussteiger ihre berufliche Zukunft mit Ausbildung und Meisterbrief im Handwerk finden – dann ist das ein Ausrufezeichen hinter die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung.

Das Handwerk und die duale Ausbildung sind eine Grundlage für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands. Das sieht die Konkurrenz der deutschen Wirtschaft in aller Welt genauso.

Die duale Ausbildung ist ein Markenzeichen. Auszubildende erwerben das Wissen und die Kompetenz, um selbständig im Beruf arbeiten zu können. In der Meisterfortbildung kommt alles hinzu, um selbständig einen Betrieb führen und ausbilden zu können.

In 41 Handwerksberufen ist der Zugang geregelt – Meisterin und Meister garantieren mit ihrer hohen Qualifikation dafür, dass Sicherheit für die Verbraucher, Qualität bei der Arbeit und eine herausragende Ausbildungsleistung gewährleistet sind.

Die Europäische Kommission ist offenbar mit dieser Spitzenstellung des deutschen Handwerks nicht einverstanden. Und rüttelt kräftig an unseren Grundfesten: Am Meistervorbehalt, am qualifikationsgebundenen Berufszugang, und damit an einem Grundpfeiler unseres beruflichen Bildungssystems.

Der nächsten EU-Kommission will ich ins Stammbuch schreiben: Europa wird nicht wettbewerbsfähiger, wenn wir unsere erfolgreichen Standards aufgeben. Das ist falsch verstandene Harmonisierung. Gerade als überzeugter Europäer gilt für mich: So viel Europa wie nötig, so viel nationale und regionale Gestaltungsspielräume wie möglich – in einem Europa der Vielfalt.

Hohe berufliche Qualifikation ist die Grundlage für Qualität, für Innovation, für wirtschaftlichen Erfolg und Wachstum in Deutschland. Dabei soll es bleiben.

Deutschen Handwerksbäckern wollte Europa vorschreiben, wieviel Salz im Brot sein darf. Das hat nicht geklappt. Jetzt will Brüssel Deutschland vorschreiben, wieviel Qualifikation sein darf.  Wie gut, dass die Bundesbildungsministerin das Handwerk und seine Qualifikation auf einer Ebene mit der akademischen Bildung halten will.“

Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH)