Berlin, 25. März 2014 – „Die Große Koalition muss mehr steuerpolitischen Gestaltungswillen an den Tag legen“, das forderte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer anlässlich des ZDH-Steuerforums 2014 in Berlin. Auf dem Forum diskutierten Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble sowie die finanzpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen mit den Spitzenvertretern des Handwerks über eine mittelstandsgerechte Steuerpolitik vor dem Hintergrund europäischer Steuer- und Finanzthemen.

Eine zentrale steuerpolitische Forderung des Handwerks ist die Rückgabe der Mehreinnahmen aus der kalten Progression an Bürger und Betriebe. Die kalte Progression sei eine heimliche Steuererhöhung, auch wenn sich die Große Koalition gegen eine Steuererhöhung ausgesprochen habe. Ein guter Anlass für die Rückgabe sei der Tarifbericht über die Wirkungen der kalten Progression, der im Sommer erstmals von der Bundesregierung vorgelegt werden müsse.

Wollseifer forderte außerdem die mittelstandsfreundliche Nachbesserung der Thesaurierungsrücklage für nicht entnommene Gewinne von Personenunternehmen zur Stärkung von Liquidität und Investitionen. Und einen neuen Anlauf für ein steuerliches Instrument zur energetischen Gebäudesanierung. Dies sei ein wesentlicher Beitrag zum Gelingen der Energiewende.

Wollseifer bot bei aktuell diskutierten Steuerthemen die Unterstützung des Handwerks an, sei es bei der Reform des Steuerstrafrechts oder der Modernisierung des Steuerverfahrensrechts. Hier müsse eine Entlastung sowohl für die Finanzverwaltung als auch für mittelständische Betriebe geschaffen werden.

Der Blick in andere europäische Länder zeige, wie wichtig eine zukunftsgerichtete Steuerpolitik für die Wettbewerbsfähigkeit sei, betonte Wollseifer. Dabei gehe es vorrangig nicht um Steuersenkungen, sondern um die Berücksichtigung der fachlich und sachlich notwendigen steuerlichen Rahmenbedingungen  – gerade für arbeitsintensive Unternehmen.

Quelle: ZDH