Berlin, 14. Mai 2013 – Das Handwerk begrüßt den Ansatz der Bundesregierung, den demografischen Wandel zu einem Schwerpunktthema und zu einer gesamtgesellschaftlichen Querschnittsaufgabe zu machen. „Der Mittelstand darf mit dieser wichtigen Zukunftsfrage nicht allein gelassen werden“, so Handwerkspräsident Otto Kentzler anlässlich des heutigen Demografiegipfels.Der Zentralverband des Deutschen Handwerks bringt seine Expertise auf breiter Basis in die Arbeitsgruppen ein. Etwa zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wo das von Familienbetrieben geprägte Handwerk laut einer Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts mit flexiblen Arbeitsmodellen Schrittmacherfunktion hat.

Genauso engagiert arbeitet das Handwerk an den Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmer und für gut qualifizierte Frauen: „Eine altersgerechte Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen wird in den kommenden Jahren für Betriebe genauso wichtig sein, wie unbürokratische Einzelfalllösungen für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dafür müssen die Betriebe aber auch auf ein Angebot flexibler Kinderbetreuung zurückgreifen können,“ so Kentzler. Und er berichtet, dass Demografieberater der Handwerkskammern den Betrieben unter anderem konkrete Hilfestellungen geben, um die Beschäftigungsmöglichkeiten älterer Arbeitnehmer zu erhöhen.

Eine besondere Herausforderung im Zuge des demografischen Wandels ist die Fachkräftesicherung: Um jungen Menschen den Einstieg in die berufliche Ausbildung zu erleichtern, kooperiert das Handwerk mit allgemeinbildenden Schulen. Dabei setzt es auf qualitativ hochwertige Angebote im frühkindlichen Bereich, eine standardisierte Berufsorientierung und qualifizierte Berufsberatung für alle Schüler sowie eine individuelle Förderung von leistungsschwachen Jugendlichen. Vorbildfunktion hat das Handwerk bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. In diesen Zusammenhang gehören aktuell auch Bemühungen, arbeitslosen Jugendlichen aus den Krisenländern Südeuropas eine Ausbildung in Deutschland zu ermöglichen.