Leipzig, 17. April 2013 – Berufsorientierung voranbringen, Schulabgänger für die berufliche Bildung interessieren, Betriebe und Bewerber zusammenführen und „Spätzündern“ in den Beruf verhelfen – diese Ziele führen am heutigen „Tag des Ausbildungsplatzes“ und des „Bundesaktionstages Ausbildung im Handwerk“ Wirtschaft, Politik und Arbeitsverwaltung im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer zu Leipzig  zusammen.

Der sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok appelliert an Unternehmen und Schulen, beim Thema Berufsorientierung so eng wie möglich zusammen zu arbeiten. „Die Wirtschaft bekommt die Folgen der demographischen Entwicklung zu spüren. Es ist daher von Vorteil, wenn Unternehmen und Schüler frühzeitig aufeinander zugehen. So können die Jugendlichen die beruflichen Möglichkeiten und Chancen in ihrer Region kennenlernen. Die Berufsorientierung von Schülern wird immer wichtiger, auch um den künftigen Fachkräftebedarf im Freistaat zu sichern“, so der Minister.

Das Handwerk drängt darauf, die Berufsorientierung an allen Schulformen weiter auszubauen. „Nur dann können die Jugendlichen ihre Berufswünsche realistisch entwickeln“, so Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Die Handwerkskammer zu Leipzig kooperiert beispielhaft mit Kindergärten und allen Schulformen: „2000 Schülerinnen und Schüler erleben jedes Jahr die Arbeitswelt des Handwerks“, so die positive Bilanz von Handwerkskammer-Präsident Ralf Scheler. Umgesetzt werden dabei Programme von Bundesregierung, Freistaat Sachsen und Bundesagentur für Arbeit.

Wie wichtig es auch für Gymnasiasten ist, das Handwerk kennenzulernen, zeigen die aktuellen Zahlen: Die Zahl der Ausbildungsverträge mit Abiturienten stieg 2012 im Handwerk um 1,1 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent, im Osten gar auf 11,4 Prozent.

Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, möchte Betriebe dafür sensibilisieren, auch Spätstartern die Chance auf Ausbildung zu geben: “ Auch für einen 30jährigen macht eine Lehre noch Sinn. Sicherlich ist es nicht einfach, sich mit 18jährigen auf die Schulbank zu setzen. Aber es lohnt sich.“ Denn laut Alt wird Arbeitslosigkeit zunehmend ein Problem mangelnder Qualifikation und Bildung und nicht fehlender Arbeitsplätze. Junge Erwachsene, so die Erfahrung der BA, erkennen oft erst spät, die Bedeutung einer Ausbildung für das Berufsleben.