Bedeutendste Ehrung für Verdienste um das Berufliche Bildungswesen | Laudator Peer Steinbrück: Bundestagspräsident hat sich um Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung verdient gemach. Schulhoff: Überzeugender Verfechter von Freiheit und sozialer Marktwirtschaft

Festakt in der Handwerkskammer vor 400 Gästen:  Prof. Dr. Norbert Lammert ist der diesjährige Träger des Georg-Schulhoff-Preises. Der Präsident des Deutschen Bundestags erhielt die Auszeichnung des Vereins zur Förderung der Beruflichen Bildung e. V. – Stiftung Georg Schulhoff Preis am Donnerstag in Düsseldorf. Die zum 18. Mal verliehene Ehrung würdigt herausragende politische, publizistische, bildungspraktische oder wissenschaftliche Verdienste auf dem Gebiet des Beruflichen Bildungswesens. Die nach dem verstorbenen, langjährigen Präsidenten der Handwerkskammer Düsseldorf benannte Auszeichnung wurde erstmals 1985 verliehen und ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro dotiert.

„Aufgrund langjähriger Erfahrungen weiß Norbert Lammert um die Bedeutung des Handwerks mit über 5 Millionen Beschäftigten und fast 450.000 Auszubildenden. Norbert Lammert hat sich beim deutschen Handwerk insbesondere mit seinem Einsatz für ein Projekt mit dem unwiderstehlichen Namen ‚Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz‘ Anerkennung erworben. Das dahinterstehende ‚Meister-Bafög‘ ist ein Erfolgsmodell der Aus- und Weiterbildung. Norbert Lammert hat sich überdies als Präsident des Deutschen Bundestages Respekt und Hochachtung verdient. Es ist insbesondere die Macht der Worte, die Norbert Lammert zu nutzen weiß. Dabei verfolgt er vor allem ein Ziel: die Stärkung des Parlamentes, der parlamentarischen Demokratie, in einer sich rasant verändernden Welt, in der Medien, Märkte und Fachkommissionen die öffentliche Wahrnehmung des Parlamentes zurückdrängen. Er führt sein Amt mit Witz und Ironie – auf Kosten aller Seiten des Bundestages“, charakterisierte Laudator Peer Steinbrück den Preisträger. Der frühere Ministerpräsident und Bundesfinanzminister a.D. hatte im Jahr 2006 selbst  die Auszeichnung erhalten.

Auch der Stiftungsvorsitzende und Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, Professor Wolfgang Schulhoff würdigte Norbert Lammerts „frühen und nachhaltigen“ Einsatz für das Meister-BAFÖG. „Sie waren maßgeblich daran beteiligt, das Gesetz im Jahr 1996 über die parlamentarischen Hürden zu bringen und haben damit ein entscheidendes Stück dazu beigetragen, die Ungleichbehandlung von akademischer und beruflicher Qualifizierung zu überwinden“, so Schulhoff. Lammert vertrete darüber hinaus „die Leitidee der Sozialen Marktwirtschaft mit ihrer spezifischen Balance von unternehmerischer Freiheit und sozialem Ausgleich überzeugt und überzeugend“, ergänzte der Gastgeber die Listung der preiswürdigen Verdienste des Bundestagspräsidenten.

In seiner Replik bezeichnete der Bundestagspräsident die Berufliche Bildung als das „Paradestück des Deutschen Bildungssystems“ und das ausbildende Handwerk als „eine Stütze der deutschen Volkswirtschaft“ und als „wesentlichen Faktor für soziale und Beschäftigungs-Stabilität in diesem Lande.“ „Bildung und Qualifizierung“, wie sie das Handwerk vermittle, seien „entscheidende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gesellschaft und Wirtschaft“, unterstrich der Bundestagspräsident vor 400 geladenen Gästen in der Handwerkskammer. Unter ihnen auch zahlreiche Polit-Prominenz, an der Spitze die Stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann, Regierungspräsidentin Anne Lütkes, CDU-Fraktions-Vize Armin Laschet MdL, SPD-Bundesschatzmeisterin Barbara Hendricks, Christa Thoben, Wirtschaftsausschuss-Vorsitzender Dr. Jens Petersen MdL und ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.