Im Rahmen der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung fand heute im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Veranstaltung „Im FOKUS: Handwerk und Kultur- und Kreativwirtschaft“ statt. In deren Mittelpunkt stand die Vorstellung einer Studie, die erstmals wissenschaftlich abgesicherte Zahlen zur Leistung und Bedeutung des Handwerks in der Kultur- und Kreativwirtschaft liefert.

„Die Studie schließt eine wichtige Wissenslücke über die aktuelle kulturpolische Bedeutung des Handwerks“, äußert Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). „In der Gegenwart wird das kulturelle Engagement des Handwerks oftmals verkannt. Das Herstellen oder die Bewahrung von Kulturgütern gehört in mehr als der Hälfte aller Handwerksberufe zum wesentlichen Berufsbild“, so Schwannecke weiter.

Laut vorgelegter Studie erwirtschaften 6,8 Prozent aller deutschen Handwerksunternehmen mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft. Damit bilden 55.232 Handwerksunternehmen aus 74 Handwerkszweigen mit 240.000 Erwerbstätigen und einem Umsatz von knapp 20 Milliarden Euro im Jahr einen zentralen Bestandteil der deutschen Kultur- und Kreativwirtschaft.

Weitere 118.000 Handwerksunternehmen erwirtschaften ihren Umsatz in geringfügigerer Weise im Kultur- und Kreativbereich. Insgesamt haben damit 175.000 Handwerksunternehmen mit rund 900.000 Erwerbstätigen und einem Jahresumsatz von 77 Milliarden Euro einen kultur- und kreativwirtschaftlichen Bezug. Das sind gut 21 Prozent der Handwerksunternehmen, 17 Prozent der Erwerbstätigen und 16 Prozent Anteil am Gesamtumsatz des deutschen Handwerks.

„Die Zahlen unterstreichen die große Bedeutung, die dem Thema Kultur- und Kreativwirtschaft im Handwerk zukommt“, kommentiert Schwannecke und spricht sich für eine zukünftig verstärkte Zusammenarbeit der „klassischen“ Kultur- und Kreativwirtschaft und dem Handwerk aus. „Handwerk und Kultur- und Kreativwirtschaft als Ganzes können sich gegenseitig befruchten und einander wichtige Impulse geben“, so der ZDH-Generalsekretär. „Mit seiner Materialerfahrung, seinem technischem Know-how und seinem Innovationsgeist ist das Handwerk ein idealer Partner für die kultur- und kreativwirtschaftlichen Teilbranchen.“

Erstellt wurde die Studie vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen und dem Büro für Kulturwirtschaftsforschung Köln im Auftrag des BMWi. Neben den quantitativen Ergebnissen verdeutlicht die Studie das kultur- und kreativwirtschaftliche Leistungsspektrum des Handwerks anhand von Fallbeispielen und gibt einen Überblick über die Förderinstrumente der Handwerksorganisation für in diesem Bereich tätige Handwerksunternehmen.

 Eine Kurz- und Langfassung der Studie finden Sie hier.