Mehr Unternehmen, mehr neue Auszubildende und ein immenses Beratungsaufkommen: Das Handwerk an Rhein, Ruhr und Wupper verzeichnet mehr Unternehmen und mehr neue Auszubildende. Das sind die auffälligsten Merkmale im Statistischen Jahresbericht für 2010, den die Handwerkskammer Düsseldorf jetzt veröffentlichte. Danach nahm der Unternehmensbestand im Handwerkssektor des Regierungs- und Kammerbezirks im ver­gangenen Jahr um 1.488 Betriebe von 54.762 auf 56.260 zu. Das Firmenwachstum geht in erster Linie auf Neuregistrierungen in den zulassungsfreien (z.B. Fliesenleger, Gebäude­reiniger) und in den handwerksähnlichen Gewerben (z. B. Bestattungs­unter­nehmen; Boden­leger, Holz- und Bautenschutzgewerbe) zurück. Aber auch der Firmenbestand im meisterpflichtigen Handwerk legte leicht zu.

Auch die Zahl der Neueinsteiger in eine Lehre im Handwerk im Bezirk stieg im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf über 7.400 an.

Die Sorge um eine ausreichende Versorgung mit Fachkräften veranlasst die hand­werk­lichen Arbeitgeber im Übrigen in immer stärkerem Ausmaß, die Kompetenz ihrer Mit­arbeiter durch Fort- und Weiterbildung so zu stärken, dass sie an zukunftsträchtigen Pro­jek­ten arbeiten und langfristig an das Unternehmen gebunden werden können. Im Jahr 2010 legten ausweislich der HWK-Jahresstatistik rund 4.000 Handwerkerinnen und Handwerker eine Fort- und Weiterbildungsprüfung bei der Kammer ab; die Meister­fort­bildung nicht einberechnet. Die Zahl der Meisterprüflinge kletterte allein um 412 bzw. 25 Prozent auf 1619.

Stark frequentiert blieben auch die Beratungsabteilungen der Handwerkskammer. Im größten Beratungssegment, der betriebswirtschaftlichen Beratung, führten die Experten des Kompetenzzentrums HWK alleine mehr als 1.650 Einzelberatungen zu Fragen der Unternehmensführung durch. Hinzu kamen unter anderem mehr als 1.400 begleitete Unternehmensnachfolgen und Existenzgründungen. Darüber hinaus beantworteten die Consulting-Spezialisten nahezu 30.000 Einzelanfragen aus der Mitgliedschaft. Ähnlich hoch die Fallzahlen aus der Handwerksrolle mit 4.225 Beratungen und 36.901 telefoni­schen Auskünften. Auch die Rechtsabteilung der Kammer musste mit mehr als 16.000
– oft komplexen – Rechtsauskünften Schwerstarbeit verrichten.

Besonders intensiv, weil vielfach mit Bestandsaufnahmen in den jeweiligen Betrieben verbunden, gestaltete sich auch erneut die Arbeit der Ausbildungsberater der HWK, die in der Praxis für die Einhaltung einer gleichmäßig qualitätsvollen Ausbildungsleistung durch die Unternehmen sorgen. In mehr als eintausend Fällen wurden die Berater tätig; beispiels­weise, um erstausbildende Unternehmen zu betreuen oder in dem Ausnahmefall der Existenzkrise eines ausbildenden Unternehmen, die Umbesetzung eines Auszubildenden in einen anderen Betrieb zu organisieren.