Resolution der Vollversammlung der Handwerkskammer Düsseldorf: Mehr Energieeffizienz und Klimaschutz in Deutschland lassen sich ohne den wichtigen Beitrag des Handwerks nicht realisieren. Im Zuge der Energiewende in Deutschland wächst parteiübergreifend die Einsicht, dass zur 
Erreichung der genannten Ziele folgende Maßnahmen notwendig sind:

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  • die Förderung regenerativer Energien in entsprechenden Förderprogrammen für 
die dezentrale regenerative Energieerzeugung auszubauen,
  • durch geeignete rechtliche Rahmenbedingungen dafür zu sorgen, dass sowohl 
Mieter, als auch Vermieter einen konkreten Nutzen aus der energetischen Gebäudesanierung ziehen können,
  • die Anreizprogramme für energetische Gebäudesanierungsmaßnahmen und Anlagentechnik wieder auf das Niveau des Jahres 2009 anzuheben; d. h. das ökonomisch wie ökologisch sinnvolle C02-Gebäudesanierungsprogramm aufzustocken und in Höhe von mindestens 2 Mrd. Euro pro Jahr zu verstetigen, wie auch den Ersatzneubau in die Förderung mit einzubeziehen. Um eine Alternative zu der komplexen Antragstellung von Förderkrediten zu schaffen, wird nach den positiven Erfahrungen mit der seinerzeitigen steuerlichen Förderung nach § 82 a Einkommensteuer-Durchführungsverordnung die Einführung vergleichbarer steuerlicher Maßnahme als sinnvoll erachtet.
  • Defizite im Vollzug bestehender rechtlicher Vorgaben zur Energieeinsparung abzubauen.

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Düsseldorf unterstreicht, dass der energetischen Gebäudesanierung eine strategische Schlüsselrolle für eine neue Energiepolitik in Deutschland zukommt. Das Handwerk ist der geborene Partner einer solchen neuen Energiepolitik. Jeder Euro, der in die energetische Gebäudesanierung fließt, ist besonders günstig angelegt, weil hier die erzielbaren Effekte pro Euro besonders hoch sind.
Der Ausbau zukunftsweisender regenerativer Energien ist nach Auffassung der Vollversammlung nicht nur ökologisch ein Gewinn für unser Land, sondern bietet auch für das Handwerk eine wichtige Perspektive. Viele regenerative, dezentrale Energietechniken werden durch das Handwerk mitentwickelt, geplant und installiert. Beispiele hierfür sind die 
Kraft-Wärme-Kopplung, die Photovoltaik-Technik, die Nutzung von Biomasse, die Solarthermie sowie die Geothermie.

Der Schwenk hin zu einer konsequenten energetischen Gebäudesanierung und zur Nutzung 
regenerativer Energien hat zudem den großen Vorteil, dass Wertschöpfung im Lande bleibt. 
Das würde ein Plus an Innovation, eine Entwicklungsperspektive für Unternehmen und nicht 
zuletzt eine Ausweitung von Ausbildung und Beschäftigung auch im Bezirk der Handwerkskammer Düsseldorf bedeuten.
Vor dem Hintergrund der schrecklichen Nuklear-Katastrophe im japanischen Fukushima be- 
grüßen die Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammer Düsseldorf den sich abzeichnenden politischen und gesellschaftlichen Konsens, die nukleare Energieerzeugung so schnell wie möglich zu verlassen. Zugleich bleibt eine verlässliche Energieversorgung unerlässlich. Dafür muss deutlich mehr als bisher in den Ausbau der Infrastruktur einschließlich einer breit angelegten IT-Aufrüstung und in Speicherkapazitäten zur Entkopplung von Erzeugung und Verbrauch investiert werden.
Die Vollversammlung der Handwerkskammer Düsseldorf appelliert an dieser Stelle an Energiekonzerne sowie die Bundes- und Landesregierungen, sich der großen Verantwortung für nachfolgende Generationen zu stellen und nicht länger als nötig an dieser Technik festzuhalten.

Düsseldorf, im Juli 2011

Prof. Wolfgang Schulhoff 
Präsident
Hans-Josef Claessen 
Vizepräsident Arbeitnehmer

Dr. Thomas Köster 
Hauptgeschäftsführer
Siegfried Schrempf 
Vizepräsident Arbeitgeber