Mehr Unterstützung für die Schulen fordert ZDH-Präsident Otto Kentzler von Politik und Gesellschaft. Um die Potenziale der Schüler besser erschließen zu können, sei Berufsorientierung von entscheidender Bedeutung.
„Berufsorientierung muss im Lehrplan der Schulen und im Lehramtsstudium fest verankert sein“, fordert Kentzler in einem Beitrag für das Handelsblatt zum Thema „10 Jahre PISA-Schock“.

„Die Jugend ist heutzutage sicher nicht dümmer als früher, aber sie kommt schlechter vorbereitet in die Ausbildung. Die Probleme vieler Jugendlicher – Bildungsferne, schwierige Familienverhältnisse, Arbeitslosigkeit im Umfeld – vermag die Schule alleine nicht zu lösen. Hier fehlt zu oft die notwendige Unterstützung von Politik und Gesellschaft. Das gilt auch für die Integration von Kindern mit ausländischen Wurzeln, etwa durch die Verbesserung der Sprachfähigkeit in Kindergarten und Grundschule.

Die Politik muss hier dringend nachbessern – sonst wandern noch mehr Schüler in das Gymnasium ab, was die Basis für den Übergang in die duale Ausbildung weiter schwächt.

Fast 60 Prozent des Nachwuchses im Handwerk haben nach wie vor den Hauptschulabschluss. Daher drängen die Ausbildungsbetriebe auf schnelle Verbesserungen bei der Ausbildungsreife. Die Zahlen der Schulabgänger ohne Abschluss sinken zwar, aber sehr langsam (von 7,3 Prozent in 2008 auf 6,9 Prozent in 2011).

Um die Potenziale der Schüler besser erschließen zu können, kommt der frühzeitigen Berufsorientierung eine entscheidende Bedeutung zu. Berufsorientierung muss im Lehrplan der Schulen und im Lehramtsstudium fest verankert sein. Wer sich aus der Praxiserfahrung heraus neue Ziele setzt, verbessert sich in der Schule, das habe ich oft bei unseren Firmenpraktikanten erlebt.

Wichtig ist es auch, dass die Schüler Kompetenzen im Bereich Wirtschaft erwerben und die Lehrer entsprechend für den Unterricht in ökonomischer Bildung vorbereitet werden. Der Gemeinschaftsausschuss der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft hat im vergangenen Jahr dazu mit einer Studie wichtige Vorarbeiteten geleistet.“

Quelle: ZDH