Im Interview in der jetzt erschienenen aktuellen Dezember-Ausgabe von ‚handwerk magazin‘ erklärt der Philosoph, Professor und ehemalige Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin, dass der zunehmende Akademisierungswahn unserer Gesellschaft weitreichende Folgen zeigen werde.

Der Professor an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität sieht nicht nur die Zukunft unseres Industriestandorts gefährdet, sondern sieht durch diese Entwicklung auch das duale Ausbildungssystem insgesamt in Gefahr.

Die Anzahl der Menschen, die eine Lehre beginnen, und die Anzahl der Menschen, die ein Studium beginnen, sind seit 2013 etwa gleich viele. „Wenn dieser Akademisierungstrend anhält, lässt sich dieser deutsche Sonderweg, nämlich nach wie vor genuines Industrieland zu sein, nicht aufrechterhalten“, so Nida-Rümelin.

„Kommen noch steigende Abiturientenzahlen hinzu, dann bleiben im dualen System und in der beruflichen Bildung generell nur noch 30 Prozent, vielleicht sogar nur 25 Prozent eines Jahrgangs“, sagt Nida-Rümelin im Interview. „Niemand wird ernstlich erwarten, dass das deutsche, österreichische und Schweizer Modell der beruflichen Bildung einen solchen Aderlass unbeschadet überleben würde. Das ist völlig ausgeschlossen. Damit ist das duale System ist als Ganzes gefährdet und vermutlich nicht überlebensfähig.“

Weiter beschreibt Nida-Rümelin im Gespräch, welche bildungspolitischen Lösungen möglich wären und wie sich die akademische Bildung weiterentwickeln müsse. Das gesamte Interview können Sie in der aktuellen Ausgabe von ‚handwerk magazin‘ nachlesen.